Matra Djet 1967

Flashback

Einer kam durch

Der Holländer David van Lennep ist die treibende Kraft hinter dem Einsatz von drei Matra Djet 5S beim 1000 km Rennen 1967.

Autor: Udo Klinkel – Es ist der aufwendigste von allen Einsätzen dieses kleinen GT-Wagens in jenem Jahr. Unter der Bewerbung von Matra Team Benelux – so nannte van Lennep sein Rennteam – werden die drei Djets auf die anspruchsvolle Nordschleife geschickt. Sonderlich umfangreiche Rennerfahrung steht nicht hinter dem Einsatz, das Auto lief bei einem kleineren GT Rennen in Zandvoort und beim 1000 KM Rennen in Spa, wo es allerdings nicht über das Training hinauskam. 

Die Klasse der 1300ccm GT-Wagen weist für die Matras gerade mal zwei Konkurrenten auf: Die beiden Glas 1304 GT von Gerhard Bodmer/Dieter Schmid und Friedrich Noenen/Manfred Herbertz. 

Die Chancen, einen Klassensieg heraus zu fahren stehen also gar nicht so schlecht, zumal der deutsche Privatfahrer Nikolaus Killenberg einen vierten Djet an den Start bringt, für den er den Nürburgring-Haudegen Georg Bialas als zweiten Fahrer verpflichtet hat. 

Eric de Keyn im Matra Djet Nr. 116. Foto: Archiv Jean Bellemans
Einer kam durch - David von Lennep in der Südkehre. Foto: Archiv Völker-Richarz

Die Fahrerbesetzung des Team Benelux kann sich durchaus sehen lassen. David van Lennep teilt sich sein Auto mit Francis Polak, die beiden anderen Wagen werden von Gustave Gosselin/Erik de Keyn und Georges Hacquin/Yves Deprez gefahren, die allesamt ausgezeichnete Kenner der Eifelstrecke sind. 

Und es ist David van Lennep, der im Training die schnellste Matra-Zeit verbucht: bei 11’12.3 Minuten bleiben die Stoppuhren stehen. Allerdings reicht es nicht, um Gerhard Bodmer im Glas zu schlagen, der mit 10’56.3 als einziger in dieser Klasse unter die elf Minuten kommt. 

Der zweite Glas von Friedrich Noenen ist langsamer, als die beiden anderen Matras, die Zeiten von 11’20.3 (Gosselin/de Keyn) und 11’30.1 (Hacquin/Deprez) verbuchen. 

Das Rennen ist aber gerade einmal fünf Runden alt, als die Matra-Truppe schon um 50% reduziert ist. Als erstes erwischt es das Auto mit der Startnummer 116, das Eric de Keyn bereits in der dritten Runde mit einem technischen Defekt abstellen muss. Nicht viel besser ergeht es der Nummer 114 mit Hacquin und Deprez: Ausfall nach fünf Runden wegen eines Aufhängungsbruchs. 

Damit konzentriert sich alle Hoffnung auf das Auto von David van Lennep, der aber Mühe hat, das Tempo von Gerhard Bodmer im Glas mitzugehen. 

Startnummer 114 - Der Matra Djet 5S von Georges Hacquin und Yves Deprez im Karussell. Foto: Archiv Jean Bellemans
Der privat eingesetzte Matra Djet von Nikolaus Killenberg und Georg Bialas kam aufgrund eines Motorschadens nicht ins Ziel. Foto: Archiv Bellemans

Nikolaus Killenberg und Georg Bialas folgen mit gehörigem Abstand, kommen aber nur bis zur 28. Runde, als ein kapitaler Motorschaden ihr Rennen beendet.

Francis Polak im Auto Nr. 115 hat große Probleme, das von van Lennep vorgelegt Tempo zu halten. Es gelingt ihm nicht, den zweiten Glas in Schach zu halten, so dass die Mannen des Matra Team Benelux am Ende zwar das Ziel erreichen, aber von ihren beiden deutschen Konkurrenten auf den dritten und letzten Platz in ihrer Klasse verwiesen werden. 

Bis auf 30 Sekunden kommt van Lennep noch an das Noenen/Herbertz Auto heran, doch am Schluss reicht die Zeit nicht. Aber immerhin: einer kam durch.