1960 bis 1969

Flashback

Die Glanzzeit

Die Periode der 60er Jahre kann man getrost als die „goldene Zeit“ des 1000 Kilometer Rennens bezeichnen.

Der Zuschauerandrang ist enorm, die Anzahl der teilnehmenden Fahrzeuge erreicht Rekordmarken. 60 bis 70 Autos sind keine Seltenheit. Dies ist vor allem des immer intensiver werdenden Engagements der Firma Porsche zu verdanken, die nicht nur mit zahlreichen Werkswagen am Start ist, sondern auch den überwiegenden Teil der privat gemeldeten Fahrzeuge stellt. Porsche will unbedingt den Gesamtsieg, aber erst in der zweiten Hälfte der Dekade hat man die dafür nötigen Einsatzfahrzeuge. Vom 718RS über den 904, den 906, den 910 und die 907/908 Versionen bis hin zum am Nürburgring ungeliebten 917 reicht die Palette der Stuttgarter Sportwagen und Prototypen in den 1960ern. 

1967 ist es dann soweit, gleich vier Werkswagen vom Typ 910 beenden das Rennen auf den ersten Plätzen. Im Jahr darauf reicht es für einen Doppelsieg und 1969 schließlich landen gleich fünf Autos vom Typ 908 auf den vordersten Rängen. Am Nürburgring ist Porsche in jenen Jahren nicht zu schlagen. Sicher erinnern sich noch viele an die Namen der damaligen Werksfahrer: Jo Siffert, Vic Elford, Hans Herrmann, Rolf Stommelen, Gerhard Mitter, Kurt Ahrens, Brian Redman und einige mehr.

Während also Porsche das letzte Drittel der 1960er Jahre dominierte, gehört die erste Hälfte des Jahrzehnts den Italienern. Maserati siegt 1960 und 1961, Ferrari heimst die Siegeslorbeeren zwischen 1962 und 1965 ein. Zweimal heißt der Sieger John Surtees (1963 und 1965), der in jenen Jahren als einer der schnellsten Fahrer auf dem Nürburgring gilt. In diese Zeit fallen auch seine beiden Formel 1 Siege in der Eifel. 

Eine Überraschung erwartet die Zuschauer im Jahr 1966. Erstmalig taucht der amerikanische Chaparral Prototyp in Europa auf. Der Texaner Jim Hall, Besitzer des Chaparral Teams, hat sich ausgerechnet den Nürburgring als Premierenveranstaltung ausgesucht. Das Auto ist mit einem automatischen Getriebe ausgestattet und erregt gehöriges Aufsehen bei der Konkurrenz. Phil Hill und Joakim Bonnier schaffen tatsächlich das Kunststück, das Rennen zu gewinnen. Dass der Sieg auf Messers Schneide stand, weiß kaum jemand, Phil Hill hat es mir Jahre später bei einem Interview in Sebring, Florida erzählt.

Im Jahr 1969 erleben die Zuschauer erstmals einen sogenannten „Indianapolis-Start“ bei dem das Feld hinter einem Führungswagen „fliegend“ auf die Reise geschickt wird. Der alte „Le Mans-Start“, bei dem die Fahrer quer über die Strecke zu ihren vor den Boxen aufgestellten Wagen laufen mussten, hatte aus Sicherheitsgründen ausgedient.